Meta schafft die Möglichkeit ab, einzelne Placements direkt in den Anzeigengruppen (Ad Sets) auszuschließen. Wer seine Kampagnen bisher manuell feingetunt hat, steht vor grundlegenden Änderungen. Meta setzt damit konsequent seinen Kurs fort, Werbetreibenden manuelle Kontrollen zu entziehen und vollständig auf Algorithmen sowie automatische Optimierungen zu setzen.
In diesem Artikel erfährst du im Detail, was sich konkret an den Ad-Set-Einstellungen ändert, welche Alternativen es gibt, warum diese Änderung keine Überraschung ist und wie du deine Werbestrategie jetzt anpassen solltest.
1. Was sich konkret ändert
In den Anzeigengruppeneinstellungen zeigt Meta schrittweise einen neuen Hinweis an. Dieser macht deutlich, dass manuelle Steuerungselemente auf Ad-Set-Ebene entfallen.
Das bedeutet konkret:
- Kein Ausschluss einzelner Placements: Formate wie Messenger Stories, Facebook Right Column oder Instagram Explore können nicht mehr separat abgewählt werden.
- Kein Ausschluss ganzer Plattformen: Du kannst nicht mehr pauschal festlegen, dass eine Anzeigengruppe nur auf Instagram oder nur auf Facebook geschaltet wird.
- Keine Eingrenzung nach Endgeräten: Die Trennung nach Nur Mobile oder Nur Desktop entfällt auf Ad-Set-Ebene.
- Keine Auswahl von Betriebssystemen: Eine reine Ausrichtung auf iOS- oder Android-Nutzer ist in den gewohnten Platzierungseinstellungen nicht mehr möglich.
2. Welche Alternativen stehen zur Verfügung?
Falls es triftige Gründe gibt, bestimmte Auslieferungen zu steuern oder zu reduzieren, bietet Meta zwei zentrale Werkzeuge an.
Alternative 1: Bietanpassungen über Wertregeln (Value Rules)
Wertregeln ermöglichen es, Gebote für spezifische Platzierungen, Geräte oder Betriebssysteme gezielt anzupassen. So kannst du Gebote für ungewünschte Placements gezielt senken oder erhöhen.
- Nach Placement und Plattform: Bietanpassungen für ausgewählte Platzierungen wie das Audience Network vornehmen.
- Nach Endgerät: Gebote für Desktop gegenüber Mobile separat gewichten.
- Nach Betriebssystem: Gebote spezifisch für iOS oder Android anpassen.
- Einschränkung: Aktuell stehen Wertregeln noch nicht flächendeckend für jede einzelne Unterplatzierung zur Verfügung, sondern konzentrieren sich auf Kernbereiche.
Alternative 2: Globale Ausschlüsse auf Werbekonto-Ebene (Account Controls)
Wer bestimmte Kanäle aus Brand-Safety-Gründen generell meiden möchte, kann dies weiterhin zentral tun:
- Navigiere in den Werbekonto-Einstellungen zu den Konto-Steuerelementen (Account Controls).
- Wähle Platzierungssteuerungen (Placement Controls) aus.
- Aktiviere die Option für spezifische Platzierungseinschränkungen und wähle die ungewünschten Placements für das gesamte Konto ab.
3. Warum dieser Schritt absehbar war
Für aufmerksame Meta-Marketer kommt diese Umstellung nicht überraschend. Meta hat den Weg zur vollständigen Placement-Automatisierung über Jahre hinweg vorbereitet:
- Einführung von Advantage+ Placements: Standardmäßige Aktivierung aller Placements mit ständigen Warnmeldungen beim manuellen Entfernen.
- Verstecken manueller Optionen: Manuelle Placements wurden im Interface schrittweise tiefer in Untermenüs verschoben.
- Automatische Budget-Aktivierung: Zuletzt führte Meta die Option ein, bis zu 5 % des Budgets automatisch auch in eigentlich ausgeschlossene Placements zu leiten.
- Einführung von Value Rules: Wertregeln wurden gezielt als flexibles Steuerungsinstrument etabliert, das manuelle Ausschlüsse schrittweise ersetzt.
4. Fazit und Empfehlung
Wer bereits primär mit Advantage+ Placements arbeitet und Wertregeln für gezielte Bietanpassungen nutzt, muss seine Strategie kaum verändern.
Vorsicht ist vor allem bei Performance-Zielen wie Link-Klicks, Landeseiten-Aufrufen oder Video-Views (ThruPlay) geboten. Hier neigt der Algorithmus dazu, günstige Klicks über Netzwerke wie das Audience Network einzukaufen, die oft eine geringere Qualität aufweisen. In solchen Fällen empfiehlt sich die Prüfung des Leistungsziels sowie der Einsatz von Wertregeln oder Account-Ausschlüssen.